#1

Eingangsbereich

in Havering&Olsson 21.01.2019 23:28
von Aaron Havering | 89 Beiträge

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#2

RE: Eingangsbereich

in Havering&Olsson 22.01.2019 00:50
von Aaron Havering | 89 Beiträge

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Dort steht Aaron also, einfach und plötzlich wie aus dem Nichts wieder vor den Pforten dieses allzu bekannten Hauses. Noch vor zwei Jahren wären seine Hände jetzt einfach so in die Hosentaschen geglitten, hätten mit einem klimpern den durch das Sonnenlicht glänzenden Schlüssel herausgekramt, der ihm die verschlossene, weiße Tür öffnen würde. Aber so, wie sich auch das brechende Sonnenlicht in seinen Grünen Augen hin und her windet, ist dieser Ort, jene Situation als auch das Instinktive greifen in die Blaue Jeans nicht mehr das selbe wie die Katzensprung entfernte Vergangenheit. Wonach auch immer diese Finger zu greifen versuchen, dass, was sie zu packen wünschten, war schon lange aus ihrem festen Griff entglitten, wie so vieles andere an diesem ruhigen Platz, was jetzt gerade noch im Schatten der unbarmherzigen Sonne Miamis liegt. Aber wer wäre er, nicht einen einzigen Weg in das eigene riesige Heim zu finden? Auch, wenn er diese heiße Stadt einst verlassen hatte, so hinterließ er mehr als nur Menschen, die ihn besser kannten als Aaron sich selbst. Da gab es zu einem das vor ihm stehende Haus, an dem er zumindest ein kleines Stückchen Kuchen von Anspruch hatte, wie elendige, schier endlose Klamotten und regellose Dinge, von denen wohl nur die wenigsten Ahnung gar etwas mit anzufangen wüssten. Also lässt der Blonde seine Schwarze Tasche von seiner Rechten Schulter fallen, kniet sich ein wenig herunter und mustert kurz den Boden, bis ihm ein winziges grinsen auf die Lippen schleicht. Denn es stand noch immer alles dort auf dem erhitzen Grund, wie damals in seiner klaren Erinnerung, als er mit jenem wärmer werdenden Rucksack auf den breiten Schultern verschwand. Während seine Hände den einen oder anderen braunen wie grauen Topf verschieben, spielt sich vor seinen leuchtenden Augen jener Tag wie ein alter Schwarz Weiß Film ab, als wäre er ein einfacher Klassiker, den man schon unendliche Male gesehen hatte. Für den einen kam sein spurloses verschwinden wie ein kalter Rücken Schauer an einem empfangenden Wintermorgen, andere wiederum wussten das jener Moment unaufhörlich käme, nahmen ihn daher hin als wäre es eine warme Dusche- und dann gab es da noch diese eine Person, die wie ein Stein auf seinem schlagenden Herzen wiegt. So, wie das Verrücken dieser Krüge, schob er damals alle seine Gefühle im Inneren hin und her, konnte er es doch gar nicht aushalten diese auf sich drückend zu spüren. So manch einer würde nun sicherlich eine Augenbraue hochziehen, Aaron fiel das verlassen schwer? Dann würde ihre besserwisserische Stimme erklingen und darauf den Vorspann des genannten Filmes einläuten, der wie ein Action Film der aktuellen Kino Angebote mit einem riesigen Knall beginnt. Schreiereien, schimpfende Worte, die einem flüchtig über die Lippen liefen, wie unaufhörliches Unverständnis, dass sich zwischen ihm und ihr, die noch immer auf seinem Herzen sitzt, im riesigen Kinosaal ausbreiten würde. Tatsächlich liegt gerade dieses letzte sehen des anderen, jene letzten Blicke zueinander, am allerschwersten auf sein sonst so toughes Gemüt. Denn egal, was sich zwischen ihm und Isabell damals alles abspielte, so waren sie doch stets ein, wenn nicht das unbändigste Team überhaupt, mit dem sich keiner anzulegen wagte. Doch wer würde es nun noch überhaupt in Erwägung ziehen, dass er hier nochmal aufkreuzen möge? Sind all seine Gegenstände längst aussortiert worden? Fände er dort gleich sogar die Sachen eines anderen Kerls? Wie würde er damit umgehen? Denn im Grunde, hatte er doch allerlei Anspruch auf alles hier in der Stunde verloren, als er die Tür hinter sich zu krachen ließ. Ab da an fiel der Vorhang wieder zu und um sich zu verbeugen kam einzig der Schlüssel zu jener begehrten Tür unter einem Topf zum Vorschein, beinahe schon Ikonisch im Zusammenspiel seines Inneren Schauspiels. Darauf gleitet dieser auch schon zielstrebig in sein rufendes Gegenpart, ein Klicken ertönt, wie das Schleifen seines gigantischen Schwarzen Rucksackes den er mit dem Fuß über den Boden schiebt, während seine Augen alle Veränderungen wahrnahmen, alles mit seinen noch enthaltenen Bildern im Kopf vergleichen. Nun er steht Aaron dort, in der Höhle des Löwen.

@Isabella Olsson



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#3

RE: Eingangsbereich

in Havering&Olsson 22.01.2019 14:17
von Isabella Olsson | 72 Beiträge

Hätte ich gedacht das dieser Tag kommen würde? Das ich bald nicht mehr alleine in diesem großen Haus sein würde? Vor einigen Monaten hatte ich mir jeden Tag gewünscht, das die Haustür aufging und Aaron einfach hereinkam als wäre nie etwas passiert. Aber jetzt wo ich gerade dabei war ihn erfolgreich aus meinem Leben zu streichen - zumindest redete ich mir dies ein, wenn ich ständig ausging und mich von einem Date ins andere stürzte. Aus keinem dieser Treffen wurde etwas Ernstes, denn innerlich wusste ich genau: Ich würde niemanden finden, der vergleichbar mit meiner ersten Liebe war und diese Erkenntnis machte einen Kontrollfreak wie mich beinahe wahnsinnig. Noch immer sehnte ich mich nach Aarons Nähe, seinen Küssen und die Art wie er roch, wie er Abends das Haus betrat und einfach nur da war. Wahrscheinlich wäre es gelogen wenn ich sagen würde, das ich ihn nicht mehr lieben würde, denn das tat ich noch immer auch wenn ich mir immer wieder das Gegenteil einredete. Die Vier Wände in denen wir gemeinsam gelebt hatten waren kalt und viel zu riesig wenn man ständig alleine war und dennoch erinnerte mich alles an jeder Ecke an ihn - wahrscheinlich hatte ich auch aus diesem Grund all seine Sachen in Kisten gepackt und im Gästezimmer verstaut. Aus den Augen, aus dem Sinn nicht? Deswegen hatte ich diesen Raum seit einer gefühlten Ewigkeit wohl auch nicht mehr betreten. Und auch noch immer hatte ich unseren Großen Streit nicht vergessen, der quasi das Ende unserer Beziehung eingeläutet hatte, es wurden Sachen gesagt die gewiss nicht so gemeint waren aber einfach gesagt werden wollten. Es waren Sachen durch die Luft geflogen, um die Sündhaft teure Vase tat es mir noch immer leid.. ebenso wie um das gemeinsame Bild von Aaron und mir, das auf der Kommode stand.
Allerdings konnte ich all diese Gedanken für einen Moment erfolgreich verschwinden lassen als das erfrischende Wasser über meine blonden Haaren, meinen Körper floss und ich das Gesicht Richtung Wasserquelle hob, die Augen geschlossen hatte und diese kleine Auszeit genoss. Ich liebte meinen Job, das tat ich wirklich aber ab und an war es einfach verdammt stressig, immerhin war ich erst gestern Nacht aus New York angereist und die stressige Arbeit steckte mir ziemlich in den Knochen. Aber eine Dusche, ein paar Tassen Kaffee und ein paar Stunden Schlaf würden diesen Zustand sicherlich richten, immerhin hatte ich noch einen Artikel fertig zu schreiben! Bevor dieser nicht fertig war, würde ich sowieso keine Ruhe finden, das stand fest. Der Duft meines blumig, sinnlichen Duschgels stieg mir in die Nase, die Dusche schien bereits jetzt Wunder gewirkt zu haben, immerhin fühlte ich mich entspannter als zuvor und das war ja quasi Sinn, einfach etwas abschalten. Das derweil die Haustür ins Schloss fiel hatte ich natürlich nicht mitbekommen, alle Geräusche außerhalb des Badezimmers wurden abgeschottet.
Eine halbe Ewigkeit später trugen meine Füße mich aus der Dusche, ich schnappte mir das weiche, weiße Handtuch und wickelte es mir um den Körper .. ehe ich mit feuchten Haaren und barfuß aus dem Badezimmer ging, den Flur entlang zum Wohnzimmer. Ich blieb kurz stehen, jeder kannte sicherlich dieses Gefühl das man hatte wenn man dachte das man nicht alleine war oder? - So ging es mir gerade, irgendwas war anders. Ruckartig drehte ich den Kopf über die Schulter und da stand er: Nichts an Aaron hatte sich verändert, wie er im Flur stand, neben ihm die schwarze Tasche. Niemand von sagte ein Wort, wir sahen den anderen einfach nur an .. abwartend? überrascht? Schockiert? Beinähe hätte ich den Griff um mein Handtuch gelockert, das riskant meinen Körper verhüllte aber ich konnte "Schlimmeres" verhindern, mein Herz schlug bis zum Hals und ich hätte schwören können dass ich das bekannte Pochen in meinen Ohren hören konnte. "Aaron."flüsterte ich leise, fand endlich meine Stimme wieder. "Was machst du hier?"Ja, es war auch sein Haus, aber dennoch.. seit unserer Trennung hatten wir kein Wort, keine Nachricht mehr ausgetaucht, er konnte doch nicht so einfach hier auftauchen! Und einfach alles durcheinander bringen. Sein Anblick zog mir in diesem Moment nämlich den Boden unter den Füßen weg. "Was hast du damit vor?" ich blickte auf seine große Tasche, er wollte doch nicht wieder einziehen?

@Aaron Havering



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#4

RE: Eingangsbereich

in Havering&Olsson 25.01.2019 20:20
von Aaron Havering | 89 Beiträge






Die Tasche fiel mir so leicht wie eine seichte Feder von der Schulter, ließ sich so hastig wie ein Häufchen Stoff über den Boden schieben, doch rutschte nicht annähernd so spielend einfach all die Last auf diesen kalten Boden, noch konnte ich meine schwerwiegenden Gedanken so schnell verrücken. Vor gefühlter Ewigkeit schlich sich dieser eine Blaue Brief unter die Tür in unser damalig geteiltes Heim, trug die Kratzer ziehende Nachricht in diese perfekte Schneekugel, ließ in nur wenigen Stunden durch seine enthaltenen Worte solch tief führende Risse entstehen, dass mein- unser gemeinsames Leben auslaufend zu Boden fiel. Wie die einst dort drüben stehende Vase zerbrach, unser gemeinsames Bild aus einer besseren Zeit zersprang, tat es so auch alles andere, dass uns miteinander unabänderlich verband. Es blieben nur diese wenigen, laut gefüllten Stunden zu Entscheiden, wählen ob ich für unbestimmte Zeit sofortig verschwinde- ganz und gar ohne Möglichkeit, dass man von mir höre weder gar sehe- oder aber ob ich die Türe des FBIs vor mir verschließe und versuche, unsere zerbrechliche Hülle zu retten. War ich damals vielleicht Blind? Verletzt von unseren schlaflosen Nächten welche in Streitereien verfielen? Oder hatte ich die Nase voll von unseren unaufhörlichen Versuchen, suchte nach einem endlichen Ausweg, der kurzfristigen Flucht vor uns?
Innerlich war ich zwiegespalten; Eine Seite in mir wollte deine unvergleichlichen Blauen Augen wiedersehen, erkennen ob sich in deinem strahlenden Funkeln etwas, vielleicht gänzlich alles verändert hatte- ein anderer Teil fürchtete davor- sich nach deinem einzigartigen Duft der Blonden Strähnen zu sehnen, zu ertappen wie sich ihr anziehender Geruch in Erinnerungen wiederspiegelt- Während ein Schatten vor Angst zurückwich, dich vielleicht nie wieder zu sehen, davor schreckte hier im Licht aufzukreuzen nur um zu erkennen, dass du für immer verloren warst- es damals die letzten Worte waren, die wir zueinander gesprochen hatten.
Doch schon die ersten Luftzüge brachten mir diesen unabstreitbaren Geruch nahe, die vielen suchenden Blicke erkannten unzählige Parallelen und mein Herz begann zu rasen, die Adern vor Feuer zu pulsieren, als hätte sich beinahe nichts geändert, wäre ich gerade nur ein paar wenige Tage fort gewesen. Vor meinem bildlichem Auge zogen sich die wenigen Sekunden ab, jene letzten unveränderlichen Momente; Wie ich die Tasche mit festen Griff hielt, nach den letzten harten Worten einfach nur abwank und direkt durch die Tür Schritt, hörte wie das klirren in meinen Ohren widerhallte ohne einen Blick dir zurückzuwerfen. Nächte lang spielte sich das alles in meinen brodelnden Kopf ab, all die Fehler die aus Trotz gemacht worden waren, die ganzen unzähligen Dinge welche ich dir so trocken entgegen warf, nur um weitere Öl gießende zurück gerufen zu bekommen. Missverständnis, abwertende Blicke, kurz gemeinte Sätze. Die Schuld lag bei uns beiden, aber ich hatte dieses ganze doch erst entfacht, zündete das Schnee schmelzende Feuer an, warf unsere zu retten versuchte Kugel zu Boden, ließ dich mit allen verfließenden Scherben zurück. Ich war, bin der Arschloch gewesen, vielleicht sogar noch immer- Aber diese schneidenden Scherben, sie gehörten auch zu mir, versetzten auch mir tiefe Schnitte, nie endgültig verheilende Narben, wenn sie denn nicht immer aufrissen und mich immer wieder bluten ließen. Denn ganz egal, so sehr man es versuchte, all die Gefühle die ich mit dir verband und wohl immer werde, ließen sich niemals so einfach hinwegfegen wie die Scherben einer New Yorker Schneekugel.
So schlug mein Herz nicht nur Höhen höher, sondern pochte vor ungeballter Kraft, als du im Sonnenlicht durchflutendem Flur tratst, wie ein verfolgender Schatten der sich mir plötzlich entgegenstellte. Kannst du dir vorstellen, wie ich jeden einzelnen Herzschlag fühlte, das zusammenziehen dessen wie eine Ewigkeit vernahm, während dessen ausdehnender Schlag fluchtartig verging? Dass mir der Atem stockte, als würden sich meine Lungen mit brennend salzendes Meereswasser füllen? Nach all der Zeit, den ganzen möglichen Vorstellungen, wie wir vielleicht eines Males wieder aufeinander träfen, war ich dennoch wie versteinert und meine sämtlichen Gedanken waren gefangen in unzähligen Stürmen, die jeden meiner Sätze auseinander rissen, welche sich auf meiner Zunge zu bilden wagten.
Doch der stillstehende Moment war durchbrochen, als du meinen Namen geflüstert hattest, das stocken der Zeit überwunden, als du auf die Tasche blicktest und sprachst :,,Was hast du damit vor?" Deine Stimme klang in ihren leisen Tönen unverändert, wie auch der Rest von dir, was sich nicht durch ein leicht verrutschendes Handtuch vor mir entblößte.
Innerlich schrie etwas danach, sag bitte einfach, was machst du hier nach den letzten Tagen? Lass doch einfach diese Vorstellung wahr werden, dass es einfach alles ein Traum war, ich dich hier nie endgültig verlassen zurückließ. Lass mich doch einfach die Zeit zurück drehen, die Worte ändern, die Scherben auffangen und durch ein Pflaster zusammenhalten, bevor ich die Tür zu fallen lassen würde, mit einem letzten Blick zu deinem Gesicht. Doch das war kindliches Wunschdenken, aber der sehnlichste in mir herrschende. "Ich...Isa-", wie meine Lippen nicht wussten was zu entgegnen, war auch alles verflogen was ich hier wollte. Meine Sachen, eine kurze Zuflucht, dich? Wie sollte ich handeln? "Ich wollte meine Sachen holen, die ich.... hier ließ.", erklangen dann die Worte von meinen Lippen gefolgt von diesen unsicheren Klängen- "Und ich muss wo schlafen- bis ich was habe." Zu viel verlangt oder? Mein Gott ich war weg, warum sollte sie mich nicht einfach davon jagen? "Die Garage...", warf ich darauf schnell ein und blickte zu Boden, ließ so vieles aus.

@Isabelle Olsson








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#5

RE: Eingangsbereich

in Havering&Olsson 25.01.2019 21:49
von Isabella Olsson | 72 Beiträge

Noch immer standen wir uns gegenüber als wären sich zwei Fremde, die nie ein Wort, nie eine sehnsüchtige Berührung miteinander ausgetauscht. Und dennoch waren wir uns nicht fremd, wir kannten uns besser als jeden anderen Menschen auf dieser Welt, aber zum Ende unserer Beziehung hatten wir uns so sehr voneinander entfernt, das ich wirklich dachte das Aaron dieser besagte Fremde Mensch war. Ob er an ebenso an mich gedacht hatte, wie ich an ihn? Wir hatten keine Nachrichten, keine Telefongespräche mehr miteinander ausgetauscht - es war als hätten wir beide diese Trennung einfach hingenommen und dennoch fehlte er mir, jeden Tag, in den wohl unmöglichsten Situationen dachte ich an Aaron. Ob es ihm auch so ging?
Unter anderem Umständen, wäre ich ihm in diesen Moment gewiss um den Hals gefallen, hätte meine Lippen zärtlich und dennoch bestimmend auf seine gedrückt, meinen sehnsüchtigen Körper an seinen gedrückt und mir seine Hände auf meiner Haut hergewünscht. Allerdings gab es diese bestimmte Zurückhaltung, die Vernunft genau dies nicht zu tun und mich schön von ihm fernzuhalten - meine Sehnsucht zurückzuschrauben."Ich wollte meine Sachen holen, die ich.... hier ließ." Mein Blick ruhte auf ihm, lange, abwartend und einfach nichts sagend. Seine ganzen Sachen, für die ich das Gästezimmer als Abstellkammer missbraucht hatte. "Und ich muss wo schlafen- bis ich was habe." Diese Worte entlockten mir ein ganz leises, Seufzen.. ich atmete die Luft aus und presste meine Lippen aufeinander. Er war nach all der Zeit nach Miami zurückgekommen und hatte keine Unterkunft?"Die Garage..."Ich verschränkte die Arme vor meiner Brust, hielt somit das Handtuch weiterhin eng an meinen Körper gepresst und legte den Kopf minimal schief. "Du kommst hier her, erwartest das du hier schlafen kannst, nach all dem was passiert ist?" Nachdem er gegangen war, mich hier alleine zurückgelassen hatte? Okay, ich hatte ihn aufgefordert das Haus zu verlassen, ich wollte ihn nicht mehr sehen.. aber nie hätte ich gedacht, das wir uns eine gefühlte Ewigkeit nicht mehr begegnen würden."Du kannst nicht einfach auftauchen und .. alles durcheinander bringen." denn verdammt das tat er, er brachte alles und mich völlig durcheinander - innerhalb von Sekunden. Meine Stimme war ein wenig hektisch, aufgebracht und ich konnte meine Stimmung einfach nicht für mich behalten."Du.. du hättest anrufen können oder so."Wahrscheinlich war dies ein wenig übertrieben, denn die Tatsache dass das hier auch sein Haus war konnte ich nicht leugnen, immerhin war er selbst wenn er nicht hier war, ständig präsent. Mein Blick fiel kurz auf den Boden, meine nackten Füße die bereits ihre feuchten Fußspuren auf dem Holz hinterließen und auch wenn ich so verdammt wütend auf ihn gewesen war.. wie hätte ich von ihm verlangen können in der Garage zu schlafen? "Nein. Nicht in der Garage. Du kannst im Gästezimmer schlafen, aber mit dem Chaos musst du selbst umgehen."ich hob kurz trotzig den Finger und zeigte auf ihn, ging rüber zum Sofa und setzte mich einfach langsam hin, strich mir mit beiden Händen über das Gesicht.. ich hatte mir so oft vorgestellt das er hier auftauchen würde und jetzt wo es soweit war.. jetzt fühlte ich mich völlig vor den Kopf gestoßen. Ob er überhaupt wusste was er gerade anrichtete? Wie er mich fühlen lies?

@Aaron Havering



zuletzt bearbeitet 25.01.2019 21:51 | nach oben springen

#6

RE: Eingangsbereich

in Havering&Olsson 27.01.2019 15:56
von Aaron Havering | 89 Beiträge




Als meine hastigen Schritte zielgerichtet nach Miami liefen, drehten sich alle meine etlichen Gedanken darum, was sich nach diesem schicksalhaften Tag der Trennung alles verändert hatte. Nicht nur an ihr, sondern auch mit der sonnigen Stadt, die schon immer meine Schein tragende Heimat war. Würde das warme Sonnenlicht noch immer auf den selbem Wege durch die Palmen gebrochen werden? Wehte der Wind noch immer seicht durch die Kanalartigen Straßen wie grünen Alleen? War das Meer noch immer so unschuldig in ihrem Blau getränkt?
Und als meine Grünen Augen die scheinenden Lichter und ruhelosen Menschen Miamis entdeckten, zog es sich wie eine kalte Gänsehaut über meinen Körper; Kein bisschen hatte sich an diesem Ort von alten Freund geändert, jede scharfe Ecke trug ihren gleichen Schatten, jede große Straße seine unveränderten Schlaglöcher und beinahe jeder kleine Laden besaß noch immer seinen bekannten Namen, dessen Schilder den einen oder anderen Farbabstrich trugen.
Doch mit jedem Meter und schleichendem Schritt wurde mir mehr bewusst, wie zwar oberflächlich alles noch immer das selbe Gesicht trug, wie ich selbst, aber darunter sich alles grundlegend verändert hatte. Denn an jeder runden Ecke tummelten neue Gesichter, auf jeder Straße stachen fremde Geschäfte aus den endlichen Reihen und auf den neu bewachsenen Alleen wehten nicht länger deine goldenen Strähnen durch den ruhig gewordenen Wind.
Also wuchs in meinem Inneren immer mehr die Frage heran, ob sich auch hinter meinen noch immer leuchtenden Augen etwas verändert hatte, ob ich aus meiner alten Art heraus gewachsen war oder aber ich zu einem neuen Menschen geworden bin, mit einer alten von Narben übersäten getragenen Haut. War ich ein bisschen besser geworden? Könnte ich jetzt besser für dich sein? Könnte ich dich noch einmal sehen? Hätte ich mich schon damals verändern können?
Oder war ich das einzige in diesem immer warmen Ort, dass sich von Grund auf, vom hitzigem Kopf bis hin zu den schnellen Beinen, nicht in einer Faser verändert hatte?
All diese noch gerade eben gestellten Fragen waren aber wie bei einer plötzlichen Ebbe hinfort gewaschen, als ich in deinen zwar neu funkelnden Augen den alten Schimmer herausstechen sah, diesen kleinen besonderen Stich, den du mir auch immer in den alten Tagen zuwerfen konntest. "Du kommst hier her, erwartest das du hier schlafen kannst, nach all dem was passiert ist?", trugen ihre unverkennbaren hektischen Töne schier Wörter in den Luftraum zwischen uns, wie nur kurz darauffolgend die nächsten, "Du kannst nicht einfach auftauchen und .. alles durcheinander bringen." Aber genau dafür war ich hier, oder? Wie eine vergessene Musiknote in einem veränderten Stück, brauchte es nur eine mutige Person, die diesen wieder erklingen ließ, die gesamte Komposition schlagartig veränderte, sie in ein Wirbelsturm aufgehendes Chaos verwandelte- Dieser verlorene Ton war unabstreitbar ich und dieser mich hierher tragende besondere Mensch warst du, denn es zog mich immer zu dir, egal ob in Täglichen Gedanken oder nächtlichen Träumen, welche deine Stimme auftakten ließen. Immer zu wollte ich in dein neues Lied dazu stoßen, den alten Rhythmus zu dir, uns zurücktragen. Vergangenes wieder erleben, in deren Erinnerungen schwelgen können- oder endlich erkennen wollen, dass du jedes bisschen von dieser Note verloren hattest. Aber dieser Stich, er verriet es in deinem unendlichem Blau Ton. "Ich weiß nicht, ob ich dich anrufen hätte können...es stand einiges dem im Weg.", rutschte es dann von meinen Lippen, denn gewusst hatte ich einzig nur, dass ich nach dem Tag meiner abgeschlossenen Ausbildung in Miami stationiert worden war und sofort dorthin sollte- aber raus geworfen wurde ich selbst nur mit meinen nötigsten Klamotten und bisschen Kleingeld, um selbst irgendwie hierher zu kommen, auf eigener Faust. Mag für manche unglaublich klingen, aber einen ähnlichen Test bestritt man schon in der ersten Ausbildungs Woche, doch in dieser war man Nachts in einen Wald mit dem Ziel Quantico ausgesetzt worden, ganz ohne Gepäck oder sonst etwas. Also beeilte ich mich, vielleicht sogar ein wenig geschwinder mit dem Gedanken im Kopf, dort dich zu finden. Allem voran aber, woher sollte ich wissen das du noch immer hier gewesen wärst, ich dein Gesicht hier vielleicht nicht hätte erblicken können- vielleicht wollte ich mir diese kleine Hoffnung einfach nicht nehmen lassen, bis ich sie bitterlich hätte erkennen müssen. Doch das musste ich nun nicht, denn du warst noch immer hier, in den selben Vier Wänden.
"Nein. Nicht in der Garage. Du kannst im Gästezimmer schlafen, aber mit dem Chaos musst du selbst umgehen.", lautete daraufhin ihr Angebot, dass ich mehr als nur für Großzügig empfand nach all dem schon damals existierten Chaos zwischen uns beiden. Das Zimmer befand sich geradewegs im obigen Flur gegenüber des einstigen gemeinsamen Schlafzimmers, auch wenn dieses in seinen letzten Lebtagen schon öfter nicht mehr geteilt wurde, oder aber kalt von einem verlassen worden war, wodurch eine kalte Leere hinterlassen wurde, wie ich sie in den letzten etlichen Monaten verspürte. Hattest du auch dieses Gefühl?
"Ich suche so schnell wie möglich nach einer Wohnung für mich.", sagte ich dann zu Isabella als ich meine Tasche zur Treppe trug und von dort zu ihr aufs Sofa blickte, wie sie dort noch immer in der gleichen Haltung saß, langsam über ihr Gesicht strich, wenn sie etwas durch den Wind gebracht hatte, oder besser gesagt im jetzigen Augenblick: Jemand. Zwar gehörte das Haus Teilweise auch mir, aber darauf würde ich kaum noch Anspruch erheben- es wurde einfach gesagt in den letzten zwei Jahren zu ihrem Haus, etwas das man sicherlich noch Schriftlich festhalten könnte, wenn sie denn so wollen würde. Denn auch, wenn man so manchen innigen Wunsch trug, konnten manche nicht wahr werden oder? Nicht jede Vergangenheit sollte man kurzfristig aufwecken, noch einmal von neuem abspielen lassen, nur um das gleiche Ende zu erzielen. Man konnte nicht einfach dort ansetzen, wo es zerbrach, wenn die Scherben außer Reichweite waren.
Aber statt nach oben zu gehen, lehnte ich mich an das Geländer und blickte aus nicht zu nahe tretender Nähe zu ihr, wie sie im Sonnenlicht auf dem Sofa saß, unendliche alte Morgende wieder auferweckte. Aber nun würde mir kein Lächeln entgegen kommen, sondern nur diese funkelnden Blicke, die mich nicht ertrugen.
"Hast dus geschafft?", fragte ich dann und lächelte ein ganz klein wenig, beinahe die vorherige Situation wegstreichend aus meinem Kopf, die ganzen Zwei Jahre.

@Isabella Olsson



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#7

RE: Eingangsbereich

in Havering&Olsson 29.01.2019 20:33
von Isabella Olsson | 72 Beiträge


"I knew it right away when you stopped lovin' me."
"It happened when your touch wasn't enough for me."


Wir standen uns gegenüber dennoch kam es mir vor, als würden sich zwei Fremde gegenüber stehen, dabei hatten wir uns vor wenigen Jahren dieses Haus noch geteilt, waren Tag für Tag - Nacht für Nacht zusammen gewesen, doch all dies hatte sich geändert. Es war nichts mehr wie früher und es würde auch nichts mehr so wie früher sein, das war uns beiden gewiss bewusst. Wir hatten beide viel zu lange an etwas das wir Beziehung nannten festgehalten. Obwohl alles zwischen uns eisig geworden war, immerhin hatten wir nicht einmal mehr unser gemeinsames Bett miteinander geteilt.
Hatten wir uns die ganze Zeit angelogen? Uns etwas vorgespielt? Bis es dann einfach zwischen uns explodiert war, wir beide diesen fürchterlichen Streit gehabt hatten und dann so auseinander gegangen waren? Dabei sollte man doch nie im Streit auseinander gehen, doch diese Erkenntnis war leichter gesagt als getan, ob ich über diesen Ausgang je hinweg kommen würde blieb wohl abzuwarten. Und auch wenn ich gern die Starke spielte, mein Leben war nicht mehr das selbe seitdem Aaron nicht mehr bei mir war. Ich hatte mich mehr als zuvor in Arbeit gestürzt, war beruflich und auf der Karriere Leiter steil nach oben geklettert, aber für was? Ich war einsam, zwar hatte ich viele Freunde, doch es war nicht das selbe wenn man Abend nachhause kam und niemand auf einen wartet .. okay, ich hatte jemanden der auf mich wartet. Den Einzigen Mann in meinem Leben der nicht von meiner Seite wich, schon vor der Tür auf mich wartete und mich mit lauten Miauen begrüßte: war mein weis grauen Kater - River, der mir nachdem Aaron gegangen war, als kleiner Kater zu lief und mir seitdem das Leben verschönerte. "Ich weiß nicht, ob ich dich anrufen hätte können...es stand einiges dem im Weg.",Das verstand ich nicht, wahrscheinlich konnte man mir diesen Gedanken auch direkt in meinen Blicken ablesen, die noch immer auf den blonden Mann der gegenüber von mir stand gerichtet waren. Was stand im Weg? Stolz? Immerhin konnte jeder Mensch ein Telefon in die Hand nehmen, doch ich lies es - wollte noch weiter diskutieren, nicht jetzt. Diskutieren, konnten wir beide nämlich verdammt gut und dies war eins der Probleme, die uns das Leben schwer gemacht hatten. Ein letztes Mal glitten meine Finger vorsichtig, vielleicht auch ein wenig verzweifelt durch mein feuchtes Haar, das nun langsam etwas trockener wurde, ehe ich mit der Hand einmal über meinen Nacken strich und dann den Kopf hob, immerhin hatte Aaron sich auf den Weg zum Gästezimmer begeben und blieb noch einmal auf den Treppenstufen stehen. Für einen Moment fühlte es sich wie als wären wir in der Vergangenheit angekommen, wie er dort oben stand mit der Tasche in seiner Hand, die nur wenige seiner Habseligkeiten beinhaltet hatte, wie wir streitend vom Schlafzimmer die Treppen herunter gestürmt waren - ehe alles mögliche zerbrach, auch das was uns noch zusammenhielt. Ich hatte ihn damals quasi aus dem Haus gejagt, ihm hinterher geschrieen, das ich ihn hassen würde, ihn nie wieder sehen wollte.. bei all diesen Gedanken schnürte es mir für wenige Sekunden die Kehle zu. "Ich suche so schnell wie möglich nach einer Wohnung für mich."Gedankenverloren nickte ich und sagte dann, nachdem ich meine Stimme wieder gefunden hatte:"Ja..das ist bestimmt besser."Ich sprach bewusst nur solch Kurzen Sätze mit ihm, ich wollte ihm in keinster weise näher kommen, mich einfach so gut es ging von ihm fernhalten, doch dies war schwerer als gedacht wenn man dieses leichte Lächeln auf den Lippen des doch so fremd geglaubten Menschen sah. "Hast dus geschafft?"fragend blickte ich in sein Gesicht, spannte kaum merkbar die Schultern an. "Was soll ich geschafft haben, Aaron?"überlegend biss ich mir ein paar mal leicht auf die Unterlippe, wie hatte er die letzten Jahre seines Lebens bestritten? Hatte er eine andere Frau gefunden, wie lebte er?

@Aaron Havering



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#8

RE: Eingangsbereich

in Havering&Olsson 04.02.2019 21:43
von Aaron Havering | 89 Beiträge

Für jeden einzelnen Augenblick den ich hier auf den kleinen Treppenstufen stand, zogen vor meinen Augen die unterschiedlichsten Momente von uns beiden vorbei. Wie wir beide diese viel zu kurzen Stufen verfluchten, wenn wir morgens gemeinsam nach unten eilten, beinahe jedes Mal kurz davor waren sie herunter zu fliegen! Oder aber man sie behutsam herunterschritt, nur um den anderen auf der unbequemen Couch wieder zu finden, der einen in der vorherigen Nacht alleine zurückließ. Die letzten Wochen, auseinanderfallenden Monate waren wie Stürmische Gewitter, die sich nie für eine Himmelsrichtung entscheiden konnten. Für den einen blitzschnellen Tag brannten wir beide plötzlich wieder für einander, als wäre es der Erste aller Momente gewesen, während schon bald darauf die eisige Kälte nachzog, wie ein folgender Donner, der alles mit seinem Gebrüll erfüllte. Doch warum wehten diese aufbrausenden Winde zwischen uns? Warum zogen diese Dunklen Wolken auf und verdunkelten alles, was sie mit ihren fallenden Tropfen erreichen konnten? Vielleicht hatten wir genug voneinander, merkten in den feurig entfachten Momenten, dass es nicht mehr das selbe war- oder wiesen uns gegenseitig ab, weil unsere Leben, Entscheidungen verschiedene Wege einschlugen. Lag es vielleicht einfach daran, dass wir zu viele verschiedene Vorstellungen hatten? Denn wenn wir beide nur für eine Sekunde zurückblicken könnten, bis vor dieser verwehten Zeit, dann sehe ich nichts anderes als eine Seichte schleichende Brise die über uns hinwegwehte, während wir miteinander den Strand von Miami abliefen, mit der angenehmen Sonne auf unseren Schultern. Streitende Augenblicke kamen wie die Flut, verzogen dann wie die kommende Ebbe, welche die schönsten Muscheln, Momente unter den befreiten Stränden hervorbrachte. Mal erreichte das Meereswasser unsere im Sande versinkenden nackten Füße und ein anderes Mal fühlte es sich an, als würden wir beide in der umschließenden Hitze verglühen. Aber ich hatte immer dich in der ganzen Zeit, ganz egal was sich um uns veränderte, ob auf der brennenden Sonne der kühlende Mond folgte oder ob die flüsternden Winde in den Nächten um einiges Kälter wurden. Das einzige, was sich in keiner Sekunde geändert hatte, waren unsere verschlossenen Hände und unsere verwobenen Schritte, die wir gemeinsam im weichen Sand zurückließen.
Und nun? Jetzt laufe ich alleine diesen einsamen Strand entlang, blicke zurück auf die vergangenen Schritte, auf die verblassenden Fußabdrücke die du auf unserem einst gemeinsamen Weg hinterlassen hattest. Welche kalte Leere an meiner Seite blieb, als die hohen Wellen kamen und sie für immer wegzuwischen mochten. Wie ich dort nun alleine im Mondschein stand und nur noch einzig das stechende Gefühl vernahm, den schlimmsten aller Fehler begangen zu haben, den ich hätte tun können. Mir kam schellend bitterlich die Erkenntnis, dich einfach immer gebraucht zu haben, viel zu spät, als die verschiedenen Winde uns bereits getrennt hatten, sich unsere Schritte voneinander entfernten. Doch man trifft sich immer ein zweites Mal im Leben, oder? Vielleicht würde ich deine Schritte wieder finden, wie gerade in diesem Zeitlosen Haus, sie diesmal nicht verlieren oder erkennen müssen, dass du deinen Weg gefunden hattest, während ich noch auf der Suche bin.
,,Na die goldene Spitze erreichen, deiner doofen Chefredakteurin einen so richtig auswischen- das war doch dein Großer Plan.“, entgegnete ich ihrer aufkommenden Frage, schließlich war es damals unter allen Gesprächsthemen nicht nur eines der normalsten sondern auch ruhigsten, bei den sonst so fliegenden Fetzen. „Also, hast du es ihr so richtig gezeigt und frech ins Gesicht gelächelt, als dein Artikel der volle Erfolg wurde?“, hakte ich dann ein wenig grinsend nach, versuchend der gesamten Grauen Stimmung etwas abzugewinnen- wo sollte man schließlich auch anfangen, ohne eine Diskussion zu entfachen, die in ein Chaos führen könnte? Auch wenn solche Themen wohl kaum abwendbar wären, sollte einer von uns nur in diese Richtung von Sätzen blicken, reden, diskutieren und umherschweifen konnten wir beide wie tollwütige Köter nach etwas zu schnappen. „Schließlich hast du ja einen Rache Plan dafür geschmiedet, weil sie dir die Anfangs Zeit erschwert hatte und das nicht gerade zu kurz.“, fügte ich dann noch schnell hinterher und tatsächlich, ich konnte mich noch beinahe an alles erinnern. Als hätten wir gerade dort auf dem Sofa gesessen, mit unserem Champion Frühstück, während Envy vom Bockmist erzählt hatte. Ich mag zwar meine eigenen Probleme gehabt haben, aber auch stets ein offenes Ohr gehabt haben, auch wenn darauf nicht unbedingt die besten Worte parat lagen. Und während die meine Wörter die Luft durchschritten, lehnte ich mich gegen das Geländer und blickte zu ihr herüber, nicht eine Sekunde von ihr wegblickend- denn das tat ich einmal zu viel.


@Isabella Olsson



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#9

RE: Eingangsbereich

in Havering&Olsson 07.02.2019 12:32
von Isabella Olsson | 72 Beiträge

Ob er sich in den letzten Jahren überhaupt verändert hatte? Noch immer war er so aufmerksam, so interessiert als hätte sich einfach nichts geändert - als wäre er das erste Mal vor mir gestanden. Dabei war so vieles anders, auch ich hatte mich verändert, war abgestumpfter geworden und nicht mehr so besorgt um andere Menschen. Vielleicht wirkte ich auf den ersten Blick kühl auf andere - der Perfektionismus, das Gen immer alles besser als meine Kollegen machen zu wollen bescherte mir sicherlich nicht zum ersten Mal Kopfschmerzen. Verbissen? Dieses Wort schien auf einmal perfekt zu passen. Nachdem Aaron nicht mehr hier gewesen war, war alles irgendwie egal gewesen, ich hatte mich in Arbeit gestürzt .. um ihn zu vergessen und jetzt?
Jetzt stand er hier auf der Treppe, sah zu mir runter hatte dabei dieses leichte Lächeln auf den Lippen und warf einfach alles über den Haufen. Innerhalb von Sekunden! Noch immer hatte er nichts an Anziehungskraft verloren.. Ob es damals richtig gewesen war ihn gehen zu lassen? Diese Frage schwirrte mir nicht zum ersten Mal durch den Kopf, wie wäre unser Leben gewesen wenn sich dieses Schicksal, diese Kälte nicht in unsere Beziehung geschlichen hätte? Jeder Mensch vor ihm, aber auch jeder Mensch der nach ihm kam war völlig egal gewesen. Niemand hatte solche Gefühle in mir auslösen können, niemand kam mir meinen Ecken und Kannten so gut zurecht wie er - zumindest war es so gewesen, bis er das Haus verlassen hatte und nicht mehr zurückgekommen war.
,,Na die goldene Spitze erreichen, deiner doofen Chefredakteurin einen so richtig auswischen- das war doch dein Großer Plan. Also, hast du es ihr so richtig gezeigt und frech ins Gesicht gelächelt, als dein Artikel der volle Erfolg wurde?“ Das er sich an dieses Gesprächsthema noch immer erinnerte, sofort kamen mir die Bilder in den Kopf wie wir gemeinsam auf der Großen Couch saßen, nachdem Aaron das Frühstück zubereitet hatte - Pancakes, während ich mich schrecklich über meine Chefin aufregte, deren Ideen und Meinungen längst überholt werden mussten, hörte er einfach nur zu und war für mich da. Ich war noch immer eine totale Niete in der Küche! Es war ein Wunder das die Küche nach all den Jahren stand, da ich aber meistens unterwegs war kam ich nicht in den Genuss meines Ungenießbaren Essens - manche Dinge änderten sich wohl nie. "Naja, ich arbeite nun mit ihr zusammen.. sie ist noch immer so verdammt verbissen wie sie es früher war." gestand ich, sah kurz auf den Boden und schmunzelte ganz leicht, für einen Moment hatte ich den Gedanken in mir gehabt, das wir uns beide wohl irgendwie ähnlich waren. Erneut hob ich den Blick, sah Aaron an und stand langsam auf, das Handtuch weiterhin so sicher wie nur möglich an meinen Körper gedrückt. "Der Plan steht also noch immer." ein kaum sichtbares Grinsen huschte über meine Lippen, aber ich war mir sicher er konnte es sehen, natürlich hatte ich nicht vergessen wie streng meine Chefin zu mir gewesen war, wie hart sie mich rangenommen hatte aber im Nachhinein hatte es mich zu der Person gemacht die ich heute war. Ich würde nicht aufgeben, bis ich ihre Nachfolge antreten würde das stand fest. Wollte ich ihr früher am liebsten den Hals umdrehen, die Augen auskratzten wollte ich es heute mit meinem Können schaffen und ich war auf dem besten Weg dorthin. Weiterhin sah ich zu dem blonden Mann, der sich gegen das Geländer gelehnt hatte hoch und überlegte kurz ob es Richtig war mit ihm nun Smalltalk zu halten, aber anscheinend hatte meine Vernunft sich nun für einen Moment verabschiedet. "Und du? Hast du alles erreicht was du erreichen wolltest?" Auch wenn wir beide mit unserer Liebe kein Glück gehabt hatten, es sollte sich wenigstens etwas für uns zum Guten gewendet haben. Meine Beine fühlten sich wie Blei an, als sie sich ein paar Schritte bewegten, ich sollte mir etwas ordentliches anziehen - und dazu musste ich nun einmal über die Treppe ins Schlafzimmer, in das Zimmer das wir uns einmal geteilt hatten. Eins stand fest: Ich würde stolz wie ich war an ihm vorbeigehen, es lag nicht in meiner Natur zuzugeben das er mir jeden Tag gefehlt hatte und mir dies in diesem Moment mehr als bewusst wurde. Langsam aber sicher machte ich mich auf den Weg die ersten Treppenstufen zu erreichen, aber trotz allem dieser Gang fiel mir schwerer als gedacht. "Muss ich nun eigentlich aufpassen was ich sage, oder ist es dann deine Pflicht mich in Gewahrsam oder so zunehmen?" fragte ich ohne groß nachzudenken, so viel zum Thema: Aufpassen was meine Worten bedeuteten. Es war ein Wunder das ich noch nicht gestolpert war, meine Augen lagen eine gefühlte Ewigkeit auf ihm und er machte keine Anstände seine Blicke zu verstecken, genauso wenig wie ich es tat. Nachgeben? Lag uns beiden wohl nicht sonderlich gut.

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#10

RE: Eingangsbereich

in Havering&Olsson 07.02.2019 22:22
von Aaron Havering | 89 Beiträge

Von der kleinen Erhöhung aus besaß ich wortwörtlich über alles den erhabenen Blick, der jedoch stets um die Blondine herum wankte. Auch dann als sich von überall offenbarende Ecken auftaten, welche sich in denen sich auf breitenden hellen Räumen versteckten. Sie schlichen sich still und heimlich in meine Grünen Augenwinkel; So viele vertraute Gegenden, zu denen meine Augen hätten flüchten können, etwas neues bemerken würden und sofort zu mustern beginnen könnten- doch ruhten sie trotz des herrschenden Drangs immer zu nur auf ihr, gar so zielgerichtet und klar fokussiert, dass der huschende Verdacht auf kam, dass sie womöglich in nur einer kurzen abgelenkten Sekunde verschwinden würde- Sollten sich meine, einmal zu oft unverlässlich gewesenen Augen, nur noch ein einziges Mal von ihr abwenden. Also taten sie dies schlichtweg nicht, noch würden sie es je wieder wagen, Envy noch einmal sprichwörtlich den Rücken zuzukehren, sich aus ihren Blauen Fängen zu schlagen nur um sie zurückzulassen. Sie aus meinem Blickfeld zu verlieren. Meiner Reichweite entkommen zu lassen. Aus unserer Nähe gerissen zu werden.
„Naja, ich arbeite nun mit ihr zusammen“, gestand die Blauäugige auf das zuvor aus der Vergangenheit aufgegriffene Thema, während ihr dabei ein viel zu sehr vermisstes Schmunzeln auf den Mund wich, „sie ist noch immer so verdammt verbissen, wie sie es früher gewesen war.“ In diesen vertraut klingenden Sätzen fiel das erste „früher“ von so vielen, die vermutlich noch kommen würden. So etlichen, dass sie in den verschiedensten Tönen erklingen würden. Mal hauchend leise, dann laut brüllend und darauf, wie nun beinahe fließend ruhig auf die schmunzelnden Lippen getragen. Der Blick dabei direkt zu Boden gerichtet, nicht wie feurig entbrannt zu mir wie vielleicht mal möglich oder aus vergangenen Bildern erinnernd, oder so bewusst wegblickend, dass man es sich gedanklich ausmalen könnte. Selbst, wenn ich dieses „früher“ am liebsten für immer aus unseren Kapiteln streichen wollen würde, es am liebsten durch ein Gestern ersetzen zu wünschte. „Der Plan steht also noch immer.“, fügte sie dann auf das Schmunzeln grinsend hinterher, dass mir gar selbst bei diesem alten Anblick die Mundwinkel ein wenig in die Höhe stiegen. Ihr Schmunzeln war beinahe so verblasst gewesen, wie ihr nun neu erstrahlendes Grinsen vergessen war. Umso glücklicher bin ich im Inneren geworden, neue haftende Bilder festhalten zu können, ohne diesen einen trübenden Schleier auf sie legen zu müssen. „Das Beste holt man aus Jemanden heraus, wenn man diesen unaufhörlich herausfordert.“, sagte ich dann zu ihrer ehemaligen direkten Vorgesetzten bemerkend und spürte wie der Sonnenschein auf die meine vor mir verschränkten Armen schien, die sich wie eine Schutzhülle um mich legten, ehe ich weiter sprach, „Sie wird genau vom ersten Tag gewusst haben, dass du sie unweigerlich überbieten wirst.“ Denn das tat Bella schon immer, ganz egal wo - noch bei wem. Hatte man das Feuer in ihr entfacht, so loderte der Ehrgeiz in ihr so unendlich groß, dass sein verschlingen nach Brennholz erst enden würde, wenn sie das größte Leuchtfeuer von allen geworden wäre. Nahm man es noch genauer, war sie unter allen geschliffenen Diamanten der geborene strahlende Stern, von dessen Licht sie nie verlieren würde- Kein bisschen, denn das Funkeln spiegelte sich immer zu in ihren blauen Augen. Einer der unzähligen Gründe wie nachahmende Sterne am Nachthimmel zu zählen sind, weshalb man sich abgrundtief in ihr verlieren konnte- sofern man nicht einer ihrer Konkurrenten gewesen war, der im kommenden Brand zu Asche verfallen würde. Zum Glück, sollte ich wohl nun behaupten, war ich nie eines solcher kaum mit ihr vergleichbaren kleinen Feuerchen gewesen.
Doch dann kam von ihr eine Frage durch die leichte Luft zu mir getragen, auf die es so viele Antworten gab, dass sich mein konzentrierter Blick kurz auflöste, einen Denkanstoß auslöste, den man hinter meiner standfesten Fassade wohl kaum erkannte. „Und du? Hast du alles erreicht, was du erreichen wolltest?“, wehten mir die Winde entgegen, wie ihre langsamen zukommenden Schritte, die im Licht geblendet direkt auf mich, doch in Wahrheit nur zur Treppe führten. „So wie ich aussehe, schaue ich drein wie ein rausgeworfener Köter, nicht?“, grinste ich dann einfach überspielend, während im brodelnden Hinterkopf doch die ganzen Räder zu rattern begannen, wie ein unaufhörliches Getriebe, dessen Zweck niemals ausgedient wäre. „Ich ging zum FBI“, fügte ich dann hinzu, im Schädel bereits das „früher“ leise brummend hörend, „und habe meine Ausbildung erfolgreich abgeschlossen.“ Dann folgte ein auflegendes Lächeln, ein neu aufgesetzter sicherer Blick, um mir gar nichts von meinem arbeitenden Inneren anmerken gelassen zu haben. Denn, würde ich absolut ehrlich sein, hatte ich auf dem schweren Weg zu dieser einst heiß begehrten Ziellinie alles verloren, was ich mir jemals zuvor hart dazu gewonnen hatte. Denn alles in diesem Erinnerungen aufrufendem Haus lief wortwörtlich auf diesen dampfenden Rädern, damals ließ alles von dem zurück. Die kleiner werdende aber an Hitze steigende Distanz zwischen mir und ihr drückte fest gegen die Räder, denn ich hatte sie dadurch verloren gehabt. Waren diese stechenden Verluste es also alles Wert? Hatte ich vielleicht mehr verloren, als nun erreicht? Die Antwort würde wohl gänzlich mehr schmerzen, als die sich darum drehenden Gedanken. Deswegen schwirrte ich auf ihnen umher, setzte mich nie auf eines fest- auch wenn ich die Wahrheit schon lange erkannt hatte. „Ich sollte dann wohl mal hoch, nicht?“, entgegnete ich dann schnell, als einer ihrer Füße die Kante einer Stufe erreichten. Etwas wie einen Machtkampf würde ich mir hier nicht liefern. Würden wir einander ohne Blick vorbeilaufen, sie sich an mir vorbeidrücken? Dazu käme es nicht, denn ich ging voran. Ließ sie aus meiner Sicht, aber nicht meinem Gehör.
Die knarschenden Geräusche der Treppe, sie war noch immer hinter mir.


@Isabella Olsson



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#11

RE: Eingangsbereich

in Havering&Olsson 09.02.2019 23:20
von Isabella Olsson | 72 Beiträge



Meine Füße berührten die kühlen Stufen der Treppe die hoch zu den oberen Zimmern führte, dabei den Blick weiterhin auf Aaron gerichtet - den Weg der vor mir Lag völlig vergessend. Die Wut, die Überraschung, das Entsetzen über seinen Auftritt im Haus hatte ich schon längst wieder vergessen, all diese Gefühle schienen im nächsten Moment völlig vergessen zu sein. Allerdings kannte ich die Schattenseiten, wie schnell die Stimmung bei uns beiden kippen konnte, wie schnell all unsere Worte in eine Diskussion, in einen Streit ausarten konnten. Doch jetzt wollte ich nicht streiten. "Ich ging zum FBI und habe meine Ausbildung erfolgreich abgeschlossen."
Ich hatte nie daran gezweifelt das er dies schaffen würde, keinen Augenblick und das wusste er genau, ich hätte ihn bei allem unterstützt - bis eben alles den Bach herunter ging und dann lag mein Gedanke nur noch auf einem: Aaron für seine Entscheidung zum FBI zugehen, zu verfluchen. Er hatte mich zurück gelassen, hier in Miami und ich hatte ihm diesen Fakt bis heute nicht verziehen, würde es vielleicht auch nie können. "Ich habe gewusst das du es schaffst." gestand ich völlig ehrlich, das sah man auch in meinem Blick, ich lies nicht zu das er mir ansehen konnte, wie sehr er mich damals verletzt hatte, wir hatten beide Fehler gemacht, große Fehler wie man nun sah. Diese Kälte zwischen uns, sie war allgegenwärtig.
Ob er sie auch noch immer spürte? Ich lächelte ganz leicht, Aaron hatte einiges in seinem Leben erreicht und ich gönnte ihm diesen Erfolg, egal was zwischen uns vorgefallen war. „Ich sollte dann wohl mal hoch, nicht?“ Bei seinen Worten umfassten meine Finger das Geländer ein wenig fester und ich nickte leicht. "Du bist sicherlich müde. Den Weg zum Gästezimmer kennst du ja." Immerhin hatte er dort zum Ende unserer Beziehung mehr Zeit verbracht als in unserem Schlafzimmer. Selbst wenn es nach einer mehr als hitzigen Situation zu anderen temperamentvollen Dingen gekommen war, wir hatten schon länger keine gemeinsame Zeit in unserem Schlafzimmer verbracht. Ohne ein weiteres Wort, einen weiteren Schritt auf ihn zuzumachen lies ich Aaron vorausgehen, sah ihm einen Moment einfach nur hinterher, ein kaum hörbares Seufzen kam über meine Lippen, aus meinem furchtbar trockenen Mund ehe ich mich selbst wieder in Bewegung setzte.
Es war mehr als komisch das Haus nun vorübergehend wieder mit jemanden zuteilen, vor allem mit dem Mann den ich bis vor kurzem noch mehr als deutlich verflucht hatte, der es allerdings noch immer schaffte mir schlaflose Nächte zubereiten. Wenige Momente, wenige Schritte später standen wir beide oben und wie früher trennten sich unsere Wege nun wieder. "Nur für den Fall das du duschen willst, in der Kommode hat es Handtücher." Alleine das Wort Duschen sorgte für allerlei lebhafte Erinnerungen, die gerade wohl mehr als unangebracht waren, aber jetzt wo er vor mir stand fühlte es sich wieder so real an.
Ohne ein weiteres Wort zu sagen, drückte ich die Türklinke zum Schlafzimmer herab und verschwand ins Nebenzimmer. Gerade noch rechtzeitig um einmal tief durchzuatmen, die Augen zu schließen und meinen Rücken für einen kurzen Moment gegen die Tür zu drücken. Wie sollte ich die nächste Zeit überleben? Mit all den Gedanken, den Erinnerungen, der Sehnsucht und der Wut?
Wie und vor allem wann genau ich begann mich vom den Handtuch zu entledigen, mich anzuziehen wusste ich gar nicht, viel zu sehr hing ich mit dem Kopf all den Dingen die eben vorgefallen hinterher. Nachdem ich mir etwas luftiges übergezogen hatte - natürlich war es noch immer verdammt warm in Miami und ich liebte diese Tatsache ging ich erneut die Treppen herunter und ins Wohnzimmer. Dabei hatte ich wie konnte es anders sein, einen Moment zu lange vor dem Gästezimmer gestanden in dem wohl die Kisten unserer Vergangenheit verschoben wurden. Noch immer völlig still - auch wenn es wild in meinen Gedanken tobte ging ich in die Küche, öffnete den Kühlschrank und nahm mir eine kühle Dose Cola light raus. "Dämlicher Idiot.." murrte ich ganz leise vor mich hin. "Taucht hier einfach auf, ohne vorher Bescheid zu geben." nach dem ich die Dose mit zittrigen Fingern geöffnet hatte, ging ich hinaus auf die Terrasse .. die leichte Brise in meinem feuchten Haar spürend. Meine Schritte führten mich zum Wasser herüber, langsam und vorsichtig streckte ich einen Fuß aus und berührte damit die spiegelglatte Oberfläche des kühlen Wassers. Ich war nicht mehr alleine in diesem viel zu großen Haus, doch wie sollte ich mit all dem umgehen? Wie sollte ich damit umgehen am Morgen Aarons Gesicht zu sehen? Alles was mir so bekannt war und auf einmal so verdammt fremd.

@Aaron Havering



zuletzt bearbeitet 09.02.2019 23:20 | nach oben springen

#12

RE: Eingangsbereich

in Havering&Olsson 11.02.2019 00:38
von Aaron Havering | 89 Beiträge

Meine Finger legten sich um das weiße Geländer, das vor Sonnenschein überflutendem Licht nur förmlich in meine Augen strahlte. Doch als meine Spitzen auf die Glatte Oberfläche trafen, entlarvte sich der trügerische Schein blitzschnell als Falsch und die eindringende Kälte schmiegte sich an meine Handinnenfläche. Denn trotz der strotzenden Sonne Miamis blieb dieses wegweisende Stück seiner Inneren Kühle vollkommen treu, erregte meine völlige Aufmerksamkeit, ehe meine leichten Schritte ihm folgsam nach oben begleitet hatten. So wie sich die Frische durch jede meiner Fasern geschlängelt hatte, rief es sogleich die teils angespannte Luft und hauchenden Winde zwischen mir und Bella wieder zu leben, oder besser gesprochen, zeigte sie mir diese trotz vor Augenblicken schmunzelnden, manchmal grinsenden Lippen wieder vor Augen auf. Beinahe wie mahnend beschlich mich sofort dieses bekannte Gefühl, welches sich auch damals zwischen uns beiden eifrig gedrängt, mir mein Grünes Paar vernebelt hatte. War es wirklich die richtige Entscheidung, wieder in dein Leben einzudringen? Selbstgefällig hier aufzuschlagen und einfach wieder Teil davon zu werden, selbst für nur diesen einen Moment?
Doch brachten mir diese flüsternden Gedankengänge nichts, weder konnten sie mir noch vernünftig erklären, was mich hier Gott verdammt alles hergebracht hatte. Aber ein kleines Gewissen hielt an mir fest, als ich durch den vertrauten Flur schritt, mit dem wohl bekannten Gästezimmer als sehnendes Ziel, dass alles besaß, was ein willkommener Gast in diesem hellen Heim benötigen würde. Dieses kleine Etwas, dass sich gefühlt wie ein Kleinkind an meine herabhängenden Hände hing, war angenehm warm. Stellte sich der Eisige Winde werfenden Kälte entgegen und blieb einfach bestehen, wehrte sich dagegen, hielt standhaft fest und zeigte mir, dass es nicht nur verheerende Stürme zwischen mir und Isa gab. Und Augenblicklich als sich die nächste Tür öffnete, sprangen mir hunderte von Erinnerungen weckende Gegenstände entgegen. Brüllten nach meinen umherhuschenden Augen, nur um mir die nächsten schönen Bilder an den Kopf zu werfen, ehe die angesprungen verblasst waren. Es gab so viel Gutes zwischen uns, so viel besonderes, allerlei Momente in denen nur der andere uns verstand, wenn sich die Welt quer stellte. Wieso also nur kam dieser eisige Wind ohne Vorwarnung auf und schaffte es, all diese kleinen hitzigen Leuchtfeuer auszublasen? Was taten wir, damit sie verkümmerten? Warum blies ich sie gar selbst aus? Oder versuchte sie nicht, wieder anzuheizen?
Aber brachte mir die Suche nach einer solchen Antwort nichts, als mich immer tiefer in einen verworrenen Strudel aus selbst anzweifelnden Fragen zu stürzen. Immer mehr irrsinnige Dinge zu hinterfragen, als letztlich wirklich zu verstehen. Also packte ich mir diese umher flüsternden Überlegungen und sperrte sie in meinem Sturkopf Sinnbildlich in eine braune Kiste, wie einer derer ich gerade öffnete. Einfach alles von meinen Dingen war noch hier, meine geliebten Klamotten, alte Liebstücke und jedes noch so kleine nutzlose Gerümpel. Isabella hatte nichts davon weggeworfen, entsorgt oder einfach zu meiner Familie geschickt, die jedes bisschen sicher hätte verstauen können. Stattdessen behielt sie es hier im Haus, zwar manchmal völlig zerknüllt, gar verknittert verpackt, was mir sofort ein weiteres schmunzeln auf die Lippen brachte. Doch jedes kleine Lächeln bekam sofort einen Schlag auf den Schädel als ich den nächsten Karton aufriss. Denn absolut jedes hochheben der scharfen Kanten erinnerte mich immer zu daran, wie diese sperrigen Dinger erst in diesem nun vollen Raum gelangten, der beinahe bis zur hellen Decke voll stand. Aber dennoch war dieses aufbereitete Zimmer größer als jenes, dass man in Quantico zur Verfügung hatte- und das Angebot einer Dusche, die alle meine Gedanken wegzuspülen vermögen würde? Wie könnte ich das auch nur eine Sekunde ablehnen! Also kramte ich mir aus den verschiedensten Ecken die passendste Kombi zusammen, schnappte aus der großen Kommode eines der besagten weichen Handtücher und griff zur Türklinke.
Dann stand ich dort wieder im Flur, blickte hinüber zu unserem- Ihrem Schlafzimmer. Ob sie noch immer dort drin war? Es verging praktisch eine kleine Ewigkeit, die ich dort stand und zur Türe blickte, die mir wohl verschlossen bleiben würde. Und ohne weiteres Doofes Kopf Geplänkel, stießen mir auch schon die hitzigeren Erinnerungen in den Kopf, was hinter dieser festen Tür alles geschah, wonach man alles begehrt hatte- noch tat? Allerdings zog mich ein schnellender Griff zur eiskalten Badezimmer Klinke wieder zurück auf den Boden der Tatsachen. “Du Idiot.“, murrte ich kurz als ich darin verschwand, ehe mir aber sofort der erfüllende Geruch von ihr in die Nase stieg. [i]“Sie war doch kurz bevor ich da war selbst hier drin…“, resignierte ich dann, wie alles andere in diesem relativ kleinem Raum. Einfach jeder einzelne Schritt in diesen alten Vier Wänden war wie einer zurück in die Schimmer belegte Vergangenheit, denn es war absolut aufwühlend, wie die kleinsten Stellen und feinen Rundungen noch immer dieselben Akzente trugen, wie sich alles noch immer fest an seinem Platz befand- fast so, als hätte man dieses Haus in tiefe Starre gesetzt und nun erwachen lassen. Wie sollte ich nicht an all die Dinge denken? Wie konnte Isabella nur an diesem Ort verweilen, der jetzt schon dieses Chaos in mir anstiftete?
Als der Dampf den gesamten Raum badete, die Wände der Duschkabine förmlich zu Schwitzen begangen, stieg ich rutschig aus ihr, hängelte zum schwarzen Handtuch und zog es sofort zu mir. Was ich mir erhofft hatte? Das meine Gedanken wie das ablaufende Wasser im Guss verschwinden würden- was die Tatsache war? In meinem Schädel stauten sich die verschiedensten Kleinigkeiten auf, verstopften den Weg hinaus. Je länger ich hierblieb, desto mehr Schritte ging ich zurück, als Vorwärts. Aber irgendwie, wollte ich diese gehen- etwas wiederfinden, dass ich auf dem bestrittenen Weg zurückgelassen hatte. So trugen mich diese Schritte auch wieder die Treppe hinab, den gleichen schweren Weg immer wieder, als würde sich jemals etwas ändern können. Und als ich gerade unten angekommen war, um mich umher blickte, mit Isabella als gesuchtes Ziel, ertönte nur ein fauchendes Miauen zu meiner rechten. Kaum blickte ich hinab zum Boden, zeigte mir auch schon ein graues Knäul die klitzekleinen Fangzähne. “Eine Katze?“, wunderte ich mich zunächst und erkannte hinter diesem den Weg hinaus zur Terrasse, wie kurz darauf Isabella, die dort draußen zum Poole saß. Als Kind versuchten ich und Alice mit den Schwarzen Katzen unserer Nachbarn zu spielen, die sich oftmals in unseren riesigen Garten schlichen. Während Al diese ganzen tiefen Schnurrer auf ihrem Schoß sitzen hatte, trug ich nur etliche Kratzer und rote Flecken davon. Katzen und ich? Eine Gefährliche Sache für sich! Aber anscheinend hatte sich der Kater schon seine Meinung über mich gebildet, denn als ich versuchte an ihm vorbei zu gehen, stellte er sich einfach wieder aufrecht vor mir. Seinem Frauchen geht es, vermutlich, nicht gut und dieses Blonde Etwas benimmt sich hier wwie zuhause? Anscheinend war der innere Wachhund des Grauen Flauschballs geweckt worden, zu Ungunsten meiner.

@Isabella Olsson



Isabella Olsson himmelt es an
Isabella Olsson findet keine Worte dafür..
Isabella Olsson fragt "Darf er das?!"
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#13

RE: Eingangsbereich

in Havering&Olsson 18.02.2019 00:26
von Isabella Olsson | 72 Beiträge



Die Wenigen Minuten in denen ich alleine war, waren ganz bestimmt nicht ausreichend genug um meinen Kopf auch nur ein kleines Stück freizubekommen. Es schien als würden meine Gedanken noch immer im obersten Stockwerk bei Aaron zu sein, egal ob unter der Dusche oder bei was auch immer er gerade tat. Hatte sich überhaupt etwas verändert, nachdem er aus dem Haus gestürmt war? Niemals hatte ich aufgehört an ihn zu denken, ihn nie vergessen und all das kam schlagartig zurück.
Die lautstarken Diskussionen, die fürchterlichen Streite, ebenso wie die einsamen Nächte - all die Dinge die ich eigentlich vergessen wollte. Ob es ihm genauso gegangen war wie mir? Ob er mich..uns auch nicht vergessen konnte? Doch ich würde den Teufel tun und ihn danach fragen. Gedankenverloren setzte ich mich an den Rand des Pools, spürte den warmen Boden unter meinen Händen, meinen Schenkeln - doch im nächsten Moment war es die Kälte die ich vernahm, meine Füße verschwanden im kühlen Nass. Und dennoch, diese Kälte machte mir nichts aus, die Kälte zwischen mir und Aaron dafür umso mehr, mehr als ich zugeben wollte. Die täglichen Sonnenstrahlen berührten mein Gesicht und ich schloss kurz die Augen, der ständige Sommer: Deswegen liebte ich Miami, es wurde quasi nie wirklich kalt. Erst als ich ein Mauzen, einen Kleinen Stoß am Unterarm spürte kam ich wieder zu mir, drehte den Kopf ein wenig über die Schulter und sah zu dem einzigen Mann der mich in den letzten Jahren völlig glücklich machte. Erbärmlich nicht? "Wo warst du denn die ganze Zeit?" murmelte ich leise.
Ich hatte Dates, traf mich mit anderen Männern und dennoch .. es war nie jemand dabei gewesen, der mein Herz zum schneller schlagen brachte, zum auftauen? So fühlte es sich zumindest an, manchmal da fragte ich mich tatsächlich ob diese ständigen Dates das gewünschten Ergebnis brachten. Das Schnurren von River war nicht zu überhören, als ich ihn einen kurzen Moment hinterm Ohr kraulte, doch mir fiel sofort auf das ich nicht mit dem Kater alleine war. Übrigens war es nicht zu übersehen das "mein Kleiner" unseren neuen Mitbewohner nicht sonderlich leiden konnte. "Ihr seid euch wohl schon begegnet, das ist River." - Gut hatte ich mir den Begrüßungsakt schon gespart, ich wusste ja was Aaron von Katzen hielt.. die Antwort war einfach: Nichts. Wir hatten früher öfters aus Spaß diskutiert, ob wir uns eine Katze oder einen Hund zulegen sollten, wir beide waren in dieser Eigenschaft wohl zwei grundverschiedene Menschen.
In einer flüssigen Bewegung, drehte ich den Kopf noch ein wenig mehr über die Schulter und meine Blicke trafen auf Aaron, oder auf seinen nackten Oberkörper .. dass schwarze Handtuch das um seine Hüften lag. Waren wir nun wieder quitt?
Ich presste die Lippen einen kurzen Moment aufeinander, legte den Kopf minimal schief und sah dann in sein Gesicht. "Hast du keine frischen Klamotten dabei?" fragte ich ein wenig neckend, hob eine Augenbraue. Es half natürlich nicht zu unser Jetzigen Situation und dennoch, sein Anblick weckte erneut längst verdrängte Erinnerungen und Sehnsüchte. Ich stützte mich mit beiden Händen auf dem erwärmten Boden ab und stand auf, verscheuchte dabei natürlich nicht absichtlich River der mit einem großen Bogen an Aaron vorbei ging und wieder ins Haus verschwand - wahrscheinlich auf die Couch oder ins Schlafzimmer. Ja, verdammt es war erbärmlich, ich hatte keinen Mann in meinem Bett aber dafür Nacht für Nacht eine Katze ..
Und jetzt? Jetzt stand ich ihm Gegenüber und wusste nicht was ich sagen, tun sollte. Ich war einfach nicht mehr Herrin meiner Gedanken. "Und ich dachte, die Zeiten für nackt baden sind längst vorbei."kam es mir über die Lippen, ich hatte oft ein loses Mundwerk und Aaron hatte dies gewiss nicht vergessen. Ich sah den Blonden einen kurzen Moment an, ging dann leichtfüßig an ihm vorbei hinüber zu den großen Liegen und nahm darauf Platz, legte ein Bein über das andere. Abwartend, dennoch Selbstbewusst sah ich ihn an, so war ich einfach .. oftmals herausfordernd, neckend, lasziv? Selbst wenn ich mich ändern wollen würde, es hätte keinen Sinn. Trotz allem versteckte ich oft die Art wie ich wirklich fühlte, ich war nicht immer selbstbewusst, hatte Angst zu versagen und so viel mehr, es gab keinen Menschen der all diese Seiten kannte - nur Aaron, er kannte mich, besser als Jeder Andere.

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